Systemische Aufstellungsarbeit
Sichtbar machen, was von innen wirkt.
Manche Themen wiederholen sich, auch wenn du längst verstanden hast, woher sie kommen. Systemische Aufstellungsarbeit, vielen als Familienaufstellung bekannt, setzt deshalb beim Sichtbarmachen an: Ein Anliegen wird im Raum aufgestellt, sodass du von außen betrachten kannst, was du sonst nur von innen kennst.
In der Gruppe stehen Stellvertreterinnen und Stellvertreter für Menschen aus deinem Leben. In der Einzelarbeit übernehmen Figuren oder Bodenanker diese Plätze. So werden Nähe und Distanz, Bindungen und Loyalitäten, Unausgesprochenes und alte Plätze im Familiengefüge sichtbar.
Mir ist dabei eine nüchterne Haltung wichtig: Was in einer Aufstellung entsteht, ist dein inneres Bild, kein objektives Abbild deiner Familie und keine Wahrheit über andere. Genau deshalb kann die Arbeit wirken. Ein inneres Bild, das sichtbar geworden ist, lässt sich betrachten, ordnen und verändern, bis ein Bild entsteht, das trägt. Du kannst dabei mit deiner eigenen Weltsicht kommen, so wie sie ist. Du brauchst nur ein echtes Anliegen.
Wofür Aufstellungsarbeit hilfreich sein kann
- wiederkehrende Muster in Beziehungen, Familie oder Beruf, trotz aller Einsicht
- unabgeschlossene Abschiede und Verluste, auch wenn sie Jahre zurückliegen
- Verstrickungen in der Herkunftsfamilie: Schuldgefühle, Loyalitätskonflikte, das Gefühl, den eigenen Platz nicht zu finden
- schwere Entscheidungen, bei denen zwei Seiten in dir gegeneinanderstehen
- Übergänge, die nicht gelingen wollen, obwohl äußerlich alles geklärt ist
Einzelarbeit
Wir stellen dein Anliegen mit Figuren oder Bodenankern auf. Zuerst klären wir, worum es wirklich geht und was sich verändern soll. Dann entsteht das Bild im Raum: Wir betrachten es gemeinsam, benennen, was sich zeigt, und verändern es langsam, bis zu einem Abschlussbild, das du mitnehmen kannst. Eine Sitzung dauert 90 bis 120 Minuten, in einem angemieteten Raum, nach Absprache auch online.
Aufstellungstage in kleiner Gruppe
An einem Aufstellungstag in kleinem Kreis kannst du ein eigenes Anliegen aufstellen oder als Stellvertreterin oder Stellvertreter mitwirken. Beides ist erfahrungsgemäß wertvoll, auch ohne eigene Aufstellung. Vertraulichkeit ist die Grundregel des Tages. Wenn du dabei sein möchtest, lass dich gern vormerken.
Wie ich damit umgehe
In jeder Aufstellung entscheidest du selbst, was du zeigst und wie weit du gehst. Aufstellungsarbeit eignet sich für Menschen, die grundsätzlich stabil genug sind, das Gesehene mitzutragen. In einer akuten psychischen Krise oder nach einer frischen, schweren Traumatisierung ist zuerst fachliche Hilfe wichtig; ich benenne das offen. Parallel zu einer Psychotherapie ist Aufstellungsarbeit nach Absprache und bei klar getrennten Rollen möglich; sprich in diesem Fall bitte auch mit deiner Therapeutin oder deinem Therapeuten.
Häufige Fragen
Was Menschen zur Aufstellungsarbeit fragen
Ist das esoterisch?
Nein. Die Arbeit nutzt etwas sehr Einfaches: Innere Bilder von Beziehungen lassen sich im Raum darstellen, und was sichtbar ist, lässt sich betrachten und neu ordnen. Manche Menschen verbinden mit Aufstellungen eine spirituelle Dimension, nötig ist sie nicht. Du kannst mit deiner eigenen Weltsicht kommen, so wie sie ist.
Muss meine Familie davon wissen oder dabei sein?
Nein. Es geht um dein inneres Bild, nicht um die Anwesenheit anderer. Auch Verstorbene oder Menschen, zu denen kein Kontakt besteht, können Teil einer Aufstellung sein.
Einzelarbeit oder Gruppe, was passt für mich?
Die Einzelarbeit ist diskreter und terminlich flexibler. Die Gruppe entwickelt durch die Stellvertreter oft eine besondere Dichte. Für viele Anliegen ist beides möglich, das klären wir im Erstgespräch.
Wie oft braucht es eine Aufstellung?
Aufstellungsarbeit ist keine Serienbehandlung. Zu einem Anliegen reicht oft eine einzige Aufstellung. Was dabei entstanden ist, braucht danach vor allem Zeit, um zu wirken.
Geht das parallel zu einer Therapie?
Ja, nach Absprache und bei klarer Rollentrennung. Die Therapie arbeitet an der Erkrankung, die Aufstellung an deinem inneren Bild von Beziehungen. Bitte informiere deine Therapeutin oder deinen Therapeuten.
Passt eine Aufstellung zu deinem Anliegen?
Im kostenfreien Erstgespräch klären wir das in Ruhe. Auf Wunsch merke ich dich auch für einen Aufstellungstag vor.